Wenn die Therapie wirkt

Wenn die Therapie wirkt

Julia 20, war 8 Monate in einer psychosomatischen Klink. Ein Großteil ihres Umfeldes fand, sie käme schlimmer aus der Klink zurück, als sie hinein gegangen ist.

Wie kommt sowas zustande?

Ein Grund ist, dass es darauf ankommt wer das, in welchem Kontext so bewertet. Wenn sich Julia z.B. in ihrer Familie still, genügsam und unauffällig gezeigt hat und ihre Eltern dadurch eher entlastet waren, dann würden sie Julias Entwicklung zu mehr Selbstbewusstsein eher schlechter bewerten. Julia ist jetzt anstrengender geworden, sie fordert Dinge für sich ein und verschafft sich Gehör.  Wenn die Eltern sich darüber freuen und sie es als eine wertvolle Entwicklung für Julia sehen, dann bewerten sie es eher positiv.

So ähnlich geht es den meisten Menschen die in der Therapie, sei es stationär oder ambulant, erfolgreich ihren Selbstwert verändert, hilfreichere Verhaltensweisen und neue Kommunikationsmöglichkeiten gelernt haben. Auch diese können den Zurückgeblieben im Alltag nach der Therapie wie eine neue Julia-Kultur vorkommen, in der sie sich nicht so leicht zurecht finden. Sie würden vielleicht auch sagen, dass Julia nach der Klinik komisch geworden ist.

Interessant wäre es zu erfahren, wie Julia das sieht.

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