Welche Funktion hat sexuelle Lustlosigkeit in der Partnerschaft?

Welche Funktion hat sexuelle Lustlosigkeit in der Partnerschaft?

Welche Funktion hat sexuelle Lustlosigkeit in der Partnerschaft?

Ausgehend davon, dass keine Funktionsstörungen wie Erregungs- und Orgasmusstörungen bei Frauen oder Errektions- und Ejakulationsstörungen beim Mann vorliegen, kann die sexuelle Lustlosigkeit in der Partnerschaft unterschiedliche Gründe haben. Auch Nebenwirkungen von Medikamenten (z.B. Antidepressiva), chronische Belastungen (z.B.Asthma) oder körperliche Beeinträchtigungen (z.B. künstlicher Darmausgang) können sexuelle Lustlosigkeit auslösen. Alkohol und Drogen können ihren Teil dazu beitragen.

Laut Studien https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20081218_OTS0061/eine-aktuelle-studie-zeigt-dass-sexuelle-lustlosigkeit-das-haeufigste-sexuelle-problem-bei-frauen-darstellt, kommt sexuelle Lustlosigkeit bei Frauen öfter vor als bei Männern.

Welche Funktion kann also die sexuelle Lustlosigkeit haben, wenn keine der oben genannten Gründe dafür stehen? Jede Partnerschaft ist in einem dynamischen Zustand. Dieser zeigt sich in der Regulierung von Nähe und Distanz bzw. Autonomie und Bindung. Das bedeutet, dass die Partner zeitweise gleichzeitig oder abwechselnd jeweils mehr auf dem Bindungspol oder auf dem Autonomiepol sitzen. Das stellt in funktionierende Partnerschaften kein Problem dar. Die sexuelle Lustlosigkeit ist in dieser Dynamik natürlich auf dem Distanzpol zu finden. Die Funktion ist also in einem Bereich der Intimität eine Distanz herzustellen. Zu was ist es gut, eine Distanz zum Partner herzustellen? Wenn es in der Partnerschaft Konflikte gibt, können wir sie ansprechen oder nicht. Wenn wir die Konflikte nicht angesprochen haben, werden die Auswirkungen der Verdrängung spürbar. Um das zu verhindern, kann eine Harmonisierungstendenz in der Partnerschaft auftreten. Diese verhindert das Angehen der Konflikte und verschärft bzw. verschleiert) diese. Die Flucht in die Lustlosigkeit wird als entlastend empfunden. Es ist die Umwandlung ängstlich vermeidender, aggressiver Impulse dem Partner gegenüber.

 

Welche Funktion hat sexuelle Lustlosigkeit in der Partnerschaft?

 

Manche Partner kennen sich schon sehr lange und haben viel sexuelle Erfahrung miteinander gemacht. Wir glauben dann, dass das was üblicherweise an sexuellen Handlungen praktiziert haben, wird eben das sein, was uns als Paar zur Verfügung steht. Das kann uns mit den Jahren langweilen. Wahr ist aber vielmehr, dass wir meistens wenig von den Wünschen und Bedürfnissen unseres Partners wissen und dieser auch nicht viel von unseren. Meist hat sich aus der Schnittmenge der sexuellen Wünsche das ergeben, was jetzt seit vielen Jahren praktiziert wird. Wie wäre es, wenn wir uns wieder für das Ganze, was der andere an sexuellen Phantasien mitbringt, interessieren würden.

Der Partner ist uns so vertraut, dass wir meinen, ihn generell in und auswendig zu kennen und das wiederum kann ihn sexuell immer uninteressanter machen. Durch die Annahme wir würden unseren Partner so gut kennen, entsteht natürlich ein Gefühl von Sicherheit und Berechenbarkeit, dass für den Bindungsprozess sehr wichtig ist. Ohne ein Sicherheitsgefühl, werden wird keine Bindung eingehen. Wieso aber glauben wir unseren Partner so durch und durch zu kennen? Das ist nicht der Fall. Jeder Mensch hat einen Anteil in sich, an den er oder sie niemanden teilhaben lässt. Das ist der Teil der Autonomie, mit seinen Geheimnissen und dergleichen, der nur einem selbst gehört. Natürlich ist dieser Anteil mal größer und mal kleiner, je nach Persönlichkeit. Also können wir davon ausgehen, dass wir unseren Partner niemals vollständig kennen werden. Die Illusion, ihn zu kennen ist sozusagen ein Trick des Sicherheitssystem für Bindungsfähigkeit. Kann diese Erkenntnis dazu beitragen, das Sicherheitsgefühl ein Stück zur Seite zu stellen um Platz für einen Menschen zu machen, der uns immer ein kleines Rätsel sein wird und damit attraktiver wird.

Die Veränderung der Paardynamik durch Elternschaft ist im Zusammenhang mit sexueller Lustlosigkeit ein großes Thema. Ich werde dazu einen eigenen Beitrag verfassen.

Und, welcher Sex ist es denn wert ihn haben zu wollen? Vielleicht vermeiden wir sexuelle Begegnungen, um nicht wieder enttäuscht über die Qualität zu werden. Wer mag schon lausigen Sex?

 

 

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