Vom Alltag in den gezwungenen Ausnahmezustand ohne Probleme?

Vom Alltag in den gezwungenen Ausnahmezustand ohne Probleme?

Vom Alltag in den gezwungenen Ausnahmezustand ohne Probleme?

Jeder hat schon davon geträumt, mal so richtig Zeit zu haben. Keine Arbeit, keine Verpflichtungen, Steuererklärung fertig und so weiter. Jetzt hätte man Zeit für Dinge, die man nie macht, obwohl sie manchmal als Wunsch auftauchen. Da wäre z.B. in das Kunstbuch zu schauen, das ich bei der letzten Ausstellung im Museum gekauft habe oder das Werkzeug im Keller an die Wand montieren.
Warum funktioniert das jetzt trotzdem nicht so mit den Sachen die man immer schon mal machen wollte?

Es ist ein Unterschied, ob man sich selbst die Zeit gibt oder ob es eine erzwungene Auszeit ist.
Es gehört viel Bewusstsein dazu, einen Gewinn in einer Zwangsentschleunigung zu sehen. Wir alle wurden schon mal in unserem Alltagsleben von Warteschlangen, Staus oder Kindern in der Geschwindigkeit gebremst. Wie gehen wir z.B. damit um. Ärgern wir uns, dass es nicht weiter geht oder nehme ich es als Chance zum tief Durchatmen oder stelle mir die kleine, wertvolle Frage: „Wie geht es mir eigentlich gerade?“

Wir sind als Gesellschaft auf Wachstum geprägt. Diese künstlich gesetzte Bremse ist also eine Herausforderung. Wir machen gerade eine kollektive Erfahrung von gravierenden Herausforderungen.

Das ist eine große Chance, denn die Synergieeffekte https://www.gruenderlexikon.de/checkliste/informieren/kooperationen/synergien-nutzen/ bei einem solchen Phänomen sind enorm, auch wenn vieles, von außen betrachtet, noch ganz normal aussieht. Das Aufgeben eines großen Teils unserer Routine wird ja typischerweise zuerst mit Ausweichen auf Ersatzhandlungen oder mit digitaler Verlagerung beantwortet. Wir treffen uns im Videochat oder kaufen online ein.

Wenn das Alltagsleben so massiv verändert wird, dass wir kompensieren müssen, sind wir sehr gefordert. Leider bleibt es jetzt, im aktuell Fall der Zwangspause, nicht bei dieser einzigen Herausforderung. Dazu kommt Angst vor Krankheit und Tod und Existenzängste.

Vom Alltag in den gezwungenen Ausnahmezustand ohne Probleme?

Wir haben also eine erzwungene Entschleunigung und Ängste. Das kann sehr belastend sein.
Zur Entlastung kann ein Bewusstsein darüber, dass es sich um eine weltweit, kollektive Herausforderung handelt beitragen. So ein starkes Phänomen hat es, vom kollektiven Aspekt, her noch niemals gegeben. So sehr wie jetzt, haben wir weltweit noch nie ein gemeinsames Problem gehabt. Um z.B. in Familien bei Trennung und Scheidung einen guten, gemeinsamen Grund zu finden, warum man Verhalten und Einstellungen ändern sollte, damit eine Trennung vermieden werden kann, muss man oft lange suchen. Mit der aktuellen Herausforderung aber, haben wir es leicht, denn die ganze Welt ist an einer Lösung für das gleiche Problem interessiert.

Eine Zwangspause kann als sehr belastend empfunden werden. Gerade für die Menschen, die sowieso eher unterfordert sind. Entschleunigung kann sich wie leblos anfühlen. Das Gefühl der Leblosigkeit wird im allgemeinen als eines der am meisten bekämpften Gefühle bezeichnet.
Die erzwungene Dimension der Zeit und räumlichen Nähe, die wir mit unseren Mitbewohnern verbringen ist die nächste Herausforderung. Eingelassen auf diese Art der räumlichen und zeitlichen Nähe haben wir uns unter anderen Bedingungen. Wir dachten z.B. nicht, dass wir wochenlang sonst niemanden zu sehen bekommen. Der eine genießt diese gemeinsame Zeit, der andere steht kurz vor einer Gewalttat.

Es ist nicht nur das Fehlen von Zeit, wenn wir das wichtige Meisterwerk von Thomas Mann nicht lesen. Es fehlt die innere Motivation und die hat mit Zeit nichts zu tun. Motivation wird durch Bedürfnisse gesteuert.

Ein Vorteil bei großen Herausforderungen ist, es muss gehandelt werden.
Jetzt sehen wir alle, was möglich ist, wenn es sozusagen „um die Wurst geht“. So viele massive, tiefgreifende Veränderungen in kürzester Zeit, von denen immer behauptet wurde, dass „dies und das“ nicht geht, wurden durchgesetzt. Es werden zahlreiche Veränderungen dazu kommen.

Das Veränderungen und massive Massnahmen nicht möglich sind, ist jetzt eindeutig wiederlegt. Das ist eine der größten, positiven Erkenntnisse aus dieser Ausnahmezeit.

1 Kommentar

  1. Ja alles ist möglich… mir guten Gedanken ….

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