Viel Fantasie und Kreativität kann Angst auslösen

Viel Fantasie und Kreativität kann Angst auslösen

Viel Fantasie und Kreativität kann Angst auslösen

Wie entsteht klassischer Weise das Phänomen der Angst? Sie entsteht zum einen durch akute Bedrohung von außen. Objektiv gefährliche Situationen lösen natürlicherweise Angst aus. Beispiele dafür finden wir im Verkehr, bei Gewaltanwendung oder massiver, psychischer Bedrohung.

Außerdem gibt es die Angst-Lust https://de.wikipedia.org/wiki/Angstlust. Diese suchen wir, wenn wir in einen Horrorfilm gehen oder Bungee-Jumping machen. Dieses Phänomen gibt es auch in der Sexualität.

Zum anderen entsteht Angst auch durch die Vorstellung und Annahmen über die Zukunft. Diese müssen aber dringend negativ sein um eine Angst auszulösen. Gesteigert werden kann die Angst durch besonders negative Annahmen über die Zukunft.

Der gerade neu erworbene Job wird sicher auch wieder nicht das Wahre sein. Mein Partner wird mich sicher verlassen, weil ich es einfach nicht wert bin, bei mir zu bleiben. Sie geht sicher schon mit einem viel attraktiveren Mann fremd. Mein Vater hat Krebs, sicher bekomme ich es auch bald. Trau Fremden nicht, erinnere dich, welche schlimmen Erfahrungen du letztes Jahr gemacht hast.

Viel Fantasie und Kreativität können sich hier wie ein Booster auswirken. Das ist die Art von Angst, mit der wir es in der Praxis am meisten zu tun haben.

Die Menschen, die mit dieser Art von Angst leben, leiden zum Teil massiv darunter. Je weiter sie sich in die Fantasiewelt der negativen Zukunft hinein begeben, umso mehr leiden sie. Es fühlt sich für sie wie von außen kommend, unausweichlich an. So, als hätten sie keinen Handlungsspielraum. Sie fühlen sich quasi in einer Opferrolle und stellen dies Situation ganz sicher nicht mit Absicht so her.

Viel Fantasie und Kreativität kann Angst auslösen

Am Ende stellen sie die Angst aber tatsächlich selber her. Sie sind keine Opfer, sondern Schöpfer ihrer Realität und die Angst ist das Resultat der Kreativität negativer Gedanken. Leider entsteht das komplett unbeabsichtigt und ist tragisch, wenn man auf das Ergebnis einer Angststörung schaut. Tragisch ist, das so hilfreiche Kompetenzen und Fähigkeiten wie Fantasie und Kreativität hier absolut schädlich sind.

Je intensiver und bunter wir uns eine schlimme Zukunft ausmalen, umso mehr wirkt es angstauslösend und um so mehr leiden wir.

Was kann ich tun?

Achten Sie mal darauf, was Sie vorher gedacht haben, wenn Sie verstärkt Ängste spüren. Wie ist das Verhältnis Ihrer Kreativität zur gedanklichen, negativen Zukunft zu Ihrer jetzt gespürten Angst? Wenn ich noch fantasievoller negativ über dies oder das nachdenke, wird meine Angst größer oder kleiner?

Wenn sie die Angst spüren und diesen bewussten Zugang haben, werden Sie handlungsfähig und können die Dynamik der Angst durch Gestaltung der Gedanken und z.B. durch eine momentan tiefere Atmung in eine positive Richtung steuern. Diese Steuerungsfähigkeit ist bei Ängsten dieser Art zentral. Nehmen Sie die ausgelöste Angst als Wegweiser für die Umlenkung in die hilfreichere Richtung, denn wenn es so herum funktioniert, dann auch in die andere, entspanntere Richtung.

Fantasie und Kreativität sind nicht pauschal gut. Der Kontext und der Mensch entscheidet was gut und nicht gut ist.

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