Perfektionismus ist etwas für Angsthasen

Perfektionismus ist etwas für Angsthasen

Perfektionismus ist etwas für Angsthasen

Warum stammen wir alle von Angsthasen ab? In der Evolution haben sich die vorsichtigen, ängstlicheren Menschen durchgesetzt. Diejenigen, die z.B. einen schlangenähnlichen Ast auf dem Boden auch für eine mögliche Schlange gehalten haben, konnten sich durch ihre Vorsicht fortpflanzen, da sie einen großen Bogen um den vermeidlichen Ast gemacht haben. Die Ahnen, deren Vorfahren den Ast mutig und unvorsichtig immer für einen Ast gehalten haben, gibt es leider nicht. Der Ast war eben manchmal doch eine Schlange. Ihre Vorfahren haben diese Situation nicht überlebt, da sie keinen großen Bogen um Ast bzw. Schlange gemacht haben.

Da wir also alle von Angsthasen abstammen, ist es kein Wunder, das Perfektionismus ein großes Thema für uns ist. In den letzten 12 Jahren ist die Zahl der Studien zu Perfektionismus enorm gestiegen. Gründe dafür ist eine ungewöhnliche Zunahme der psychopathologischen Diagnosen wie z. B. chronisches Erschöpfungssyndrom, Essstörungen, Zwangsstörungen, Migräne usw. Lesen Sie dazu doch auch „Die Perfektionierer“ von Klaus Werle https://www.lokalkompass.de/essen-sued/c-ratgeber/buchbesprechung-die-perfektionierer-warum-der-optimierungswahn-uns-schadet-und-wer-wirklich-davon-profitiert_a97629

 

Perfektionismus ist etwas für Angsthasen

Wer sich selbst als perfektionistisch bezeichnet, sagt auch etwas über seine Bewertung von Mittelmaß und Fehlern aus. Waren es nicht die sogenannten Fehler und Krisen, die uns als Chance auf eine positive Veränderung wachsen und entwickeln lassen.

Perfektionismus ist die Angst davor, dass andere meine Fehler oder mein Mittelmaß sehen und beurteilen. Mir geht dann die Anerkennung und Zuneigung ab. Je mehr ich darauf angewiesen bin, umso mehr versklave ich mich an den Perfektionismus. Oft wird dies von Kindern schon in den Familien gelernt und wird zu einem hoch überlernten Muster das in der Medikamentensucht, den Drogen oder der Klinik enden kann.

Als Orientierung ist Perfektionismus gut geeignet. Wenn ich einen Abstand und einen Spielraum einbeziehe, kann das Höchstmaß oder der Perfektionismus eine gute Richtschnur sein.

Das Maß der Dinge entscheidet mal wieder über Untergang oder Segen eines Phänomens. Wenn der Perfektionismus unser Leben im Griff hat, fehlt uns die Wahlfreiheit, unser Leben zu gestalten. Dann gestaltet der Perfektionismus unser Leben. Oft mit Schlafstörungen, Grübelzwang, Migräne und Erschöpfung. Weniger Perfektionismus bedeutet also mehr innere und äußere Freiheit.

Wenn der Perfektionismus auch Ihr Leben negativ im Griff hat, dann nehmen Sie den Rest Ihrer Handlungsfähigkeit zur positiven Wende wahr. Es lohnt sich.

 

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