Partnerwahl – warum diesen Menschen?

Partnerwahl – warum diesen Menschen?

Partnerwahl – warum diesen Menschen?

In meiner Praxis der Paarberatung bzw. Paartherapie kommt es auch vor, dass es nach einigen Sitzungen eines Paares zur Trennung kommt. In manchen Fällen empfinden die Klienten und ich diese Entscheidung als die einzig Richtige.

Oft ist es einfach zu viel an Verletzung, Vernachlässigung oder Kritik. Dazu kommt das Ausweichen auf eine Aussenbeziehung bzw. ständiges „Fremdgehen“, wenn die Frustration schon länger und sehr intensiv ist. Der Partner, der sich auf eine Aussenbeziehung einlässt, sieht eher keine Möglichkeit, bestimmte Bedürfnisse und Wünsche mit dem festen Partner zu verwirklichen. Die Zeit miteinander war lange schon zu unerfüllt, als dass es eine Hoffnung auf eine schöne Partnerschaft geben könnte.

Ein Partner*in entscheidet sich zwar gegen die Trennung, aber manchmal für eine Aussenbeziehung. Interessant dazu ist auch das Buch vom Paartherapeuten Hans Jellouschek (Semele Zeus und Hera) zu diesem Trema https://www.nzz.ch/article9KRYI-1.271907  Er oder sie bleibt in der Beziehung, weil er, aus seiner Sicht, gute Gründe hat. Gute Gründe können Kinder, Schulden, das Haus oder Angst vor dem Alleinsein sein.

Partnerwahl, warum diesen Menschen?

Eine Trennung kann Verunsicherung und Scham erzeugen und kann dadurch ein Grund sein, es nicht zu tun. Ausserdem geht es um Gefühle wie Niederklage und Schuld.

Wie kommt es, dass wir uns diesen Partner*in ausgesucht haben, der uns so enttäuscht, obwohl wir eine Familie mit ihm gegründet und so unglaublich viel Energie in diese Beziehung gesteckt haben.

Oft ist uns nicht klar, dass wir fataler Weise Muster und Überlebensstrategien aus unserer Herkunftsfamilie mit in unsere Beziehung bzw. eigene Familie übernehmen. Vernachlässigung oder auch Überforderung z.B. kann zur Ausbildung von Mustern (Verhaltensmuster) führen, um bestimmte Situationen besser meistern zu können. Vielleicht bilden wir als Kind /Jugendlicher aus dieser defizitären Lage einen inneren Antreiber heraus, obwohl der uns viel Stress macht und uns nicht zur Ruhe kommen lässt.

Ein zukünftiger Partner*in, der diese Strategie eher noch fördert wäre nicht hilfreich. Oft wird aber genau so jemand gewählt. Hilfreicher wäre ein Partner*in, der im Gegenteil mit Ruhe und Geduld ausgleichend reagiert. Warum haben wir dann aber oft den eben nicht hilfreichen Partner*in?

Partnerschaft

Die Wahl des Partner*in ist zu einem großen Teil von Gefühlen der Vertrautheit beeinflusst. Irgendwas, was er oder sie ausstrahlt, ist uns aus der Vergangenheit bekannt. Selbst wenn es uns ganz und gar nicht gut tut, bleibt es auf der unbewussten Ebene als vertraut gespeichert. Der Ausstieg aus dieser Dynamik wird oft als Schuld und Verrat an der Herkunftsfamilie erlebt. Dort habe ich ja durch das Ausbilden meiner Überlebensmuster meine Zugehörigkeit erlangt. Ein Abweichen vom Muster lässt uns schuldig fühlen. Wir sollten diese Muster erkennen und uns mit Bewusstsein von ihnen trennen. Diese Erkenntnis ist sehr schwer und kann wie Verrat empfunden werden.

Es wird sich sicher lohnen, den Dingen, die uns belasten, auf die Schliche zu kommen und zu verändern. In Studien wurde erkannt, dass ein Partner der eine harmonische Partnerschaft ermöglicht, eine gesundheitsförderliche Wirkung auf uns hat.

 

 

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