Gier nach Geld? Es geht meistens um etwas ganz anderes

Gier nach Geld? Es geht meistens um etwas ganz anderes

Gier nach Geld? Es geht meistens um etwas ganz anderes!

Jeder Konflikt beruht auf Wertesysteme oder Glaubenssätzen. Nach außen sieht es aber so aus, als ginge es um materielle Güter, eben die Gier nach Geld, oder ein Missverständnis. Manchmal handelt es sich auch um Irrtümer und doch geht es um Wertesysteme oder Glaubenssätze (Mediation! Wie geht denn das? Mario H. Kraus S. 51).

Wenn Geld vererbt wird

Was kann entstehen, wenn man sich ungerecht behandelt fühlt? Es kann Ärger und Wut aufkommen und Enttäuschung über die ungerechte Verteilung des Geldes. Man hatte sich doch mehr erwartet. Ausserhalb des Pflichtteiles, kann der Vererbende sein Testament so gestalten wie er mag. Er kann sein Vermögen dem Tierheim oder zu gleichen Teilen seinen Kindern geben. Selbst wenn er das Geld oder das Haus seinen Kindern zu gleichen Teilen vererbt, kann es sein, dass ein Erbe damit nicht zufrieden ist. Er hätte aus irgendwelchen Gründen mehr bekommen sollen. Undifferenziert betrachtet, könnte es nach einer Gier des Geldes aussehen.

Genau diese Gründe, aus denen er seiner Meinung nach mehr hätte bekommen sollen, sind aus seinem Wertesystem oder seinen Glaubenssätzen entstanden, zB. „Ich habe mich immer so um Vater gekümmert. Wieso bekommt jetzt meine Schwester einen größeren Teil des Geldes? Das ist totel ungerecht.“ Von diesen individuellen Wertesystemen haben die betroffenen Familien oft keine Kenntnis oder wenn doch, haben sie dafür kein Verständnis. Sie haben einfach andere Wertesysteme oder Glaubenssätze.

In der Mediation https://de.wikipedia.org/wiki/Mediation reden wir also nicht von der gerechten oder ungerechten Verteilung eines Erbes. Wir sprechen von dem, was die Verteilung für die betroffenen Erben bedeutet und was ihnen daran wichtig ist. Oft kommt es vor, dass die anderen Familienmitglieder zum ersten Mal von der Beziehung ihres Bruders zum Vater oder zur Mutter hören. Dann sind sie erstaunt, was ihnen da, an Information, entgangen ist. Das muss einen noch nicht weiter beeindrucken, aber die alte Mähr, dass es den Menschen nur ums Geld ginge, kann damit wohl nicht mehr aufrecht gehalten werden. Das Geld, das Haus oder die Firma stehen für Anerkennung, Wertschätzung und Zuneigung. Sie sind nur noch die Währung, die nach dem Tod der Vaters oder der Mutter als Letztes zur Verfügung steht.

Der Glaubenssatz eines, sich betrogen fühlenden Erbes, könnte lauten: „Durch deine materielle Zuwendung nach deinem Tod, gibst du mir ein wenig von der Zuwendung und Anerkennung zurück, die ich gerne früher als Wertschätzung meiner Selbst bekommen hätte.“

 

1 Kommentar

  1. Danke ! Da wir vieles klar.
    Wertschätzung ist sehr wichtig für uns Menschen.
    Es ist fast wie Nahrung die unsere Seele nährt.

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