Es ist nicht die Gier nach Geld

Es ist nicht die Gier nach Geld

Jeder Konflikt beruht auf Wertesysteme oder Glaubenssätzen. Nach außen sieht es aber so aus, als ginge es um materielle Güter oder ein Missverständnis. Manchmal handelt es sich auch um Irrtümer und doch geht es um Wertesysteme oder GlaubenssätzeJeder Konflikt beruht auf unterschiedlichen Wertesystemen und Glaubenssätzen

Nehmen wir den Fall einer Erbschaft. Die Hinterlassenschaft bereitet den Zurückgebliebenen Probleme, da die Verteilung der Güter von dem einen oder anderen, als nicht nachvollziehbar oder gar ungerecht angesehen wird.

Was löst diese Stimmung aus? Es ist zum einen die Enttäuschung über die ungerechte Verteilung. Man hatte sich doch mehr erwartet. Ausserhalb des Pflichtteiles, kann der Vererbende sein Testament so gestalten wie er mag. Er kann sein Vermögen dem Tierheim oder zu gleichen Teilen seinen Kindern geben. Selbst wenn er das Geld oder das Haus seinen Kindern zu gleichen Teilen vererbt, kann es sein, dass ein Erbe damit nicht zufrieden ist. Er hätte aus irgendwelchen Gründen mehr bekommen sollen.

Genau diese Gründe, aus denen er seiner Meinung nach mehr hätte bekommen sollen, sind aus seinem Wertesystem oder seinen Glaubenssätzen entstanden. Von diesen, haben die betroffene Familie oft keine Kenntnis oder wenn doch, haben sie dafür kein Verständnis. Sie haben einfach andere Wertesysteme oder Glaubenssätze.

In der Mediation reden wir also nicht von der gerechten oder ungerechten Verteilung eines Erbes. Wir sprechen von dem, was die Verteilung für die betroffenen Erben bedeutet und was ihnen daran wichtig ist. Oft kommt es vor, dass die anderen Familienmitglieder zum ersten Mal von der Beziehung ihres Bruders zum Vater oder zur Mutter hören. Dann sind sie erstaunt , was ihnen da, an Information, entgangen ist. Das muss einen noch nicht weiter beeindrucken, aber die alte Mähr, dass es den Menschen nur ums Geld ginge, kann damit wohl nicht mehr aufrecht gehalten werden. Das Geld, das Haus oder die Firma stehen für Anerkennung, Wertschätzung und Zuneigung. Sie sind nur noch die Währung, die nach dem Tod der Vaters oder der Mutter als Letztes zur Verfügung steht.

Der Glaubenssatz eines, sich betrogen fühlenden Erbes, könnte lauten: „Durch deine materielle Zuwendung nach deinem Tod, gibst du mir ein wenig von der Zuwendung zurück, die ich gerne früher als Wertschätzung meiner Selbst bekommen hätte.“

 

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